Papageno im Wunderland –  die Kinderoper "Papageno" aus Wien gastiert am Mittwoch, dem 5. Dezember 2018, an der Grundschule Lustadt

Fast schon wie ein "Wiedersehen mit alten Freunden" mutet es an, wenn der Tourneebus des Wiener Ensembles vor der Turnhalle der Grundschule Lustadt Halt macht. Die älteren Jungen und Mädchen wissen bereits, dass sie ein unterhaltsamer Ausflug in die Welt der großen Oper erwartet und schüren mit geheimnisvollen Bemerkungen die Erwartungen der Ersties: "Die singen alle in echt und ohne Headset.......und ganz bestimmt ist auch eine Prinzessin dabei, ihr werdet sehen..."

In beiden Punkten enttäuschten die Gäste auch dieses Jahr nicht. Sie füllten mit ihren trainierten Gesangsstimmen mühelos die Halle und weckten sofort die Begeisterung der jungen Zuschauer: "Wow – die können aber toll singen!"

Die Akteure aus Wien können aber nicht nur singen – sie beherrschen auch das Schauspiel und die Kunst der Animation, was schon bei der Anmoderation durch Thomas Althammer (Papageno, Bariton) deutlich wurde. Sobald der Sänger im bunten Flickengewand des Vogelfängers die Szene betrat, hatte er sein Publikum "gefangen".

Gerne gaben die Jungen und Mädchen ihr Fachwissen in Sachen Oper und Theater kund. Dirigent, Orchester, Stimmlagen und Bühnenbild, das waren abrufbereite Begriffe. Das seltsame Wort "Re-qui-si-ten" bedurfte noch etwas der Erklärung.

Papageno entführt sein Publikum in sein "Wunderland" der Oper. Der arme Papageno , ansonsten ein lustiger Kerl, ist unsterblich und hoffnungslos in Prinzessin Rosa (Claudia Fischer, Mezzosopran), die Tochter des gütigen und gerechten Königs Novello (Christian Edler , Bass) verliebt....und ausnahmsweise viel zu schüchtern, ihr seine Liebe zu gestehen. Zum Glück gibt es den allerbesten Freund Giardano ( Omar Garido, Tenor), der ihm mit gutem Rat zur Seite steht.

Da Rosa ihren Papageno herzlich liebt, stünde dem Eheschluss, eigentlich nichts entgegen, wenn, ja wenn da nicht die böse Tante Verucca (Qiayoi Lai, Sopran) wäre, die es insgeheim auf den Thron des Wunderlandes abgesehen hat. Sie hat die Nichte mit einem Fluch belegt. Rosa darf nur den Mann heiraten, der ihr drei unbeantwortbare Fragen richtig beantwortet.

Doch in einem Wunderland ist das gute Ende unausweichlich. Mit Hilfe dreier Glücksboten (gespielt von Max, Mia und Yara aus der Grundschule Lustadt) gelingt es Papageno, die Fragen zu beantworten und seine Rosa zur Frau zu gewinnen.

Melodien und Arien aus "Die Zauberflöte" von Wolfgang Amadeus Mozart geben dem Stück den musikalischen Rahmen, aber bei genauem Hinhören, lassen sich auch Arien aus anderen Mozartopern ("Die Hochzeit des Figaro", "Entführung aus dem Serail") im Programm entdecken. Den erwachsenen Zuhörern entgeht nicht, dass die Oper "Carmen" von   Georges Bizet und "Aida" von Giuseppe Verdi ebenfalls einen Beitrag leisteten – immer passend zum Handlungsablauf.

Ganz so leicht fiel es den Jüngsten der Schule nicht, bei so viel schwungvoller Musik still sitzen zu bleiben, aber das Interesse überwog - und beim Szenenapplaus konnte der kindgemäße Bewegungsdrang mit viel Spaß ausgelebt werden.

Am Schluss freuten sich Papageno und Prinzessin Rosa in ihrem bekannten Duett auf "...viele, viele kleine Kinderlein" – und die Lustadter "Kinderlein" auf eine neue Produktion der Wiener Kinderoper im kommenden Jahr.

Bei soviel Musikbegeisterung wird der Förderverein der Schule sicher auch 2019 einen "kostensenkenden Beitrag" zum musikalischen Wiedersehen leisten. An dieser Stelle sei ihm herzlich dafür gedankt, desgleichen Lehrerin Susanne Lechner und Hausmeister Norbert Dauenhauer für die Organisation vor Ort.

 

                                                                                                     (Petra Gosewinkel)