Nikolaustag mit den "Harley Davidson riding Santas" – ein Highligt in der Lustadter Vorweihnachtszeit

 

Gespannte Erwartung und ungewohnte Ruhe liegen am Morgen des 6. Dezembers 2018 über dem Schulgelände der Grundschule Lustadt. Reporter von DPA und RTL-regional eilen geschäftig über den Schulhof, Kindergartenkinder werden in wohl geordneten Reihen Richtung Schule geführt und an der Feuerwehrauffahrt versammeln sich Eltern und Angehörige mit gezückten Kameras.

Endlich hört man es knattern, hupen und dröhnen, auf der Hauptstraße blitzt es rot-weiß – die Nikoläuse auf ihren weihnachtlich geschmückten Harleys brausen (Tempo 30) durch Lustadt und biegen zur Grundschule ab. Da werden nicht nur Kinderaugen groß und größer.

Mit vorbildlicher Einparkchoreografie baut sich die über 24-Mann starke Biker-Gruppe auf dem Schulhof in schnurgerader Linie auf und wird nicht nur mit lautem Applaus und "Daumen hoch" von der Schulgemeinschaft und den Gästen begrüßt, sondern auch ausgiebig bestaunt.

Bei der Dekoration ihrer Harleys haben die Gehilfen des Nikolaus´ nicht mit Material und Phantasie gespart. Vom freundlichen Elch, etlichen plüschigen Nikolausis bis hin zum lustigen Wichtel ist alles vertreten. Dazwischen mischt sich immer wieder Tannengrün und Weihnachtsglitzer. 

Im Namen der Schule begrüßt Lehrerin Petra Müller-Westermann die außergewöhnlichen Gäste, die ihrerseits die Jungs und Mädchen, mit ihren Harley-Santa-Liedern überraschen. Die Kindergartenkinder hüpfen vor Begeisterung, die Erwachsenen schmunzeln und die Klassen bereiten sich darauf vor, ihr sorgfältig einstudiertes Gedicht und ihre Weihnachtslieder vorzutragen. Die Arbeit in den wöchentlichen Singpausen zeigt Erfolg. Textsicher schmettern die Kinder ihre Lieder (Eltern und Lehrkräfte trällern mit) und die Erstklässer erfreuen die Gäste mit ihrem Nikolausgedicht.

Auch die Harley Santas sind begeistert von diesem Empfang und bedanken sich nicht nur mit lautem "Ho, ho, ho!", sondern auch mit Süßigkeiten aus dem "Rumpelsack". Dass sie ihr junges Publikum mögen, ist unübersehbar. Sie scherzen fröhlich mit den Kindern, hier und da wird eine tropfende Kindernase geputzt oder ein Kind getröstet, das vor lauter Aufregung über die eigenen Füße gestolpert ist. Auch die Harleys dürfen aus der Nähe betrachtet werden ("Bitte nicht anfassen, Kinder, die Maschinen sind heiß!").

Schnell verfliegt die gemeinsame Zeit. Sie reicht gerade noch aus, um die Spendendose zu überreichen, die mit über 500 Euro für das Kinderhospiz "Sterntaler" gefüllt ist. Die Schüler und Schülerinnen haben, so betont Frau Müller-Westermann, nicht nur die Eltern und Großeltern um Spenden gebeten, sondern auch eigenes Taschengeld "geopfert". Patrick Kuntz, der Initiator der Harley Santas bedankt sich herzlich bei den Jungen und Mädchen und natürlich auch bei der Schule für die Organisation. Dann geht es leider schon wieder weiter, denn die Gruppe hat einen straffen Terminplan, der keine "Zugaben" ermöglicht.

Zurück bleiben schöne Erinnerungen und viele Kannen Kaffee, da für die Kaffeepause die Zeit leider nicht mehr gereicht hat. "Das war so schön, dass ich fast weinen könnte!", haucht ein Mädchen aus der ersten Klasse. Und ein Klassenkamerad ergänzt: "Wenn ich groß bin, werde ich auch ein Harley Davidson Nikolaus". Wie man sieht, braucht sich die Biker-Gruppe keine Sorgen um fehlenden Nachwuchs zu machen.

(Petra Gosewinkel)

 

Hintergrundinformation:

 

Initiator der "Harley Davidson Riding Santas" war 2014 der Knöringer Patrick Kuntz. Angeregt von einem Nikolausfoto mit Harley machte er sich zunächst alleine im Nikolauskostüm mit seiner Maschine auf den Weg. Der Zuspruch war überraschend groß.

Von da an ging alles sehr schnell. Über Facebook fanden sich "Begleitfahrer", die bereit waren, für eine gute Sache auf Tour zu gehen. Die Gruppe "Harley Drivers Südpfalz" wuchs rasch an und unternimmt von Anfang an viel gemeinsam. Auch außerhalb der "Saison".

Inzwischen ist der Nikolaustag für die Südpfalztour reserviert. Die Biker und Bikerinnen besuchen Grundschulen und Seniorenheime und bringen nicht nur kleine Geschenke, sondern auch viel gute Laune mit. Uneigennützig anderen Freude zu bereiten, ist ihre Mission. Gleichzeitig sammeln sie Spenden für das Kinderhospiz "Sterntaler".

Der Höhepunkt der ganztägigen Fahrt ist in jedem Jahr die offizielle Spendenübergabe am Speyerer Dom. In diesem Jahr erbrachte die Aktion stattliche 24.988,70 €!

(Petra Gosewinkel)